Die Arbeitswelt wird digitaler und nachhaltiger, Berufe verändern sich. Auch Ausbildungen müssen immer wieder modernisiert werden. Diese Änderungen gelten seit dem 1. August.

Dass Floristen oder Schornsteinfegerinnen heute nicht mehr so arbeiten wie vor 25 Jahren, liegt auf der Hand: Viele Prozesse laufen mittlerweile digital ab, Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle und auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind wichtiger geworden. Insgesamt sieben Berufe erhalten laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) deshalb aufgefrischte Ausbildungsordnungen. Sie gelten seit dem 1. August 2025. Ein Kurzüberblick:
Edelsteinfasser/Edelsteinfasserin
Edelsteinfasser fügen zum Beispiel Rubine und Smaragde, Bernstein oder Topase in die geeignete Fassung ein. Für Azubis geht es künftig verstärkt um Kundenberatung. Neu sind außerdem fachspezifische Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsaspekte sowie moderne Fertigungstechniken, etwa der 3D-Druck.
Florist/Floristin
Floristinnen und Floristen gestalten Blumen- und Pflanzenschmuck zu verschiedenen Anlässen. Künftig stärker in der Ausbildungsordnung verankert sind laut BIBB die Dienstleistungsorientierung und Kommunikation sowie Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Auch betriebswirtschaftlichen Grundkompetenzen kommt eine wachsende Bedeutung zu.
Fotograf/Fotografin
Mehr als Fotos knipsen: Für angehende Fotografinnen und Fotografen geht es mit der neuen Ausbildungsordnung unter anderem verstärkt um digitale Bildbearbeitung und kundenorientierte Projektarbeit. Social Media und neue Bildformate spielen ebenfalls eine größere Rolle.
Gold- und Silberschmied/Gold- und Silberschmiedin
Die Berufe Gold- und Silberschmied werden ab dem 1. August von einer gemeinsamen Ausbildung abgedeckt. Zuvor hatte es sich um getrennte Berufe mit eigener Ausbildung gehandelt. Wie in der Ausbildung zum Edelsteinfasser werden die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, moderne Fertigungstechniken und Kundenberatung stärker verankert.
Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin
Die Energiewende bewegt auch Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger. Die Ausbildung widmet sich daher künftig auch Themen wie erneuerbaren Energien, digitale Messungen, Energie- und Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Weil die Fachkräfte immer mehr zu Dienstleitern werden, spielt auch das Thema Beratung – etwa zu Energieeffizienz – eine größere Rolle.
Justizfachangestellter/Justizfachangestellte
Justizfachangestellte arbeiten bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Dort lösen E-Akten nach und nach Papierakten ab. Mit der neuen Ausbildungsordnung stehen deshalb Aspekte wie digitale Arbeitsprozesse, Bürosoftware oder Projektmanagement stärker im Mittelpunkt.
Kaufmann für Büromanagement/Kauffrau für Büromanagement
Die kaufmännische Ausbildung im Büromanagement zählt laut BIBB zu den gefragtesten in Deutschland. Mit 22.245 neuen Ausbildungsabschlüssen im Jahr 2024 belege der Beruf Rang zwei unter den ausbildungsstärksten Berufen. Neue inhaltliche Akzente gibt es ab August unter anderem im Umgang mit digitalen Medien und Daten sowie bei den Themen Datensicherheit, Datenschutz, Informationsbeschaffung und Informationsprüfung.
Von Amelie Breitenhuber / dpa
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