Warnung vor einer drastischen Lücke in wenigen Jahren

Die deutsche Wirtschaft hat vor einer massiven Verschärfung des Fachkräftemangels in den kommenden Jahren gewarnt. „Der Höhepunkt des Fachkräftemangels kommt erst noch“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte der dpa: „Der Fachkräftemangel bleibt ein Topthema für die deutsche Wirtschaft und für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren. Wir brauchen qualifizierte Zuwanderung.“ Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der dpa: „Nur mit beruflich qualifizierten Fachkräften des Handwerks sind die Klimaschutzziele, die Energieeffizienzziele, die E-Mobilität, der Ausbau der Ladesäulen und der Infrastruktur möglich.“ Der Digitalverband Bitkom berichtete, die IT-Fachkräftelücke werde größer.
Viele Aufgaben Wollseifer sagte, im Handwerk seien bereits im Moment fast 2,5 Millionen und Mitarbeiter in den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Energieeffizienz und Energieversorgung, energetische Gebäudesanierung, dem Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität tätig. „Doch für all diese Aufgaben reicht das nicht, das ist zu wenig.“ Allein im Handwerk blieben jedes Jahr um die 18 000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Es fehlten Bewerber, nicht die Plätze. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sprach sich für eine Fachkräfteinitiative aus. „Wir müssen alles daran setzen, so rasch wie möglich tatsächlich die Wende hinzubekommen zu mehr Wertschätzung der beruflichen Ausbildung.“
Arbeitgeberpräsident Dulger sagte: „Die ersten Jahrgänge der Babyboomer gehen schon in Rente.“ 2025 komme die „demografische Wende“ mit voller Wucht. Dann komme der Punkt, an dem mehr Menschen in Rente gehen als auf den Arbeitsmarkt nachrücken. Dann explodierten die Beiträge oder die Steuern. Die neue Bundesregierung müsse die Verfahren für eine gezielte und qualifizierte Fachkräftezuwanderung vereinfachen, beschleunigen und bürokratische Hürden abschaffen.
Gegensteuern DIHK-Präsident Adrian sagte: „Der Fachkräftemangel zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Wirtschaft.“ Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechne bis Ende des Jahrzehnts mit einem demografisch bedingten Rückgang um drei bis vier Millionen Arbeitskräfte. „Da ist die Frage: Wie können wir gegensteuern?“
Er wünsche sich auch mehr Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so Adrian. „Wir haben da bereits Fortschritte gemacht. Aber wir haben immer noch eine im europäischen Vergleich hohe Teilzeitquote bei den Frauen.“ Bei der Einwanderung von Fachkräften wäre eine fünfstellige Zahl pro Jahr bei den besonders gesuchten beruflich Qualifizierten schon gut. Dazu müsse Bürokratie abgebaut werden. dpa
Weitere interessante Beiträge:
Diese Regeln gelten für Saisonarbeit
Ob Surflehrer, Animateur oder Kellner: Saisonarbeit kann nicht nur Spaß machen, sondern ist in der Regel auch gut für das Portemonnaie. Ein paar Dinge sollten Jobber aber dazu wissen.
Unterstützung erhalten bei Mobbing und Cyber-Mobbing am Arbeitsplatz
Anzeige
Sie sind im Berufs-Alltag von Mobbing betroffen? Die Mobbing-Mentorin Dagmar Rothfuß bietet Ihnen Hilfe in schwierigen Lebenslagen. Gemeinsam werden Klarheit, Zuversicht & Stärkung geschaffen. Für Ihren ganz persönlichen Weg.
Warum ein früher Jobausstieg nur für wenige eine Option ist
Nur noch das tun, wonach einem der Sinn steht. Das beinhaltet für manchen auch die Möglichkeit, früher mit dem Arbeiten aufzuhören. Was hinter dem Konzept "Frugalismus" steckt.



